Lesenacht in Polzenbüttel


Jede Muskelfaser in meinem Körper entspannte sich und ein wohliger Feierabendschauer breitete sich aus. Ich ließ mich rücklings in den klapprigen Terrassenstuhl fallen, dessen schwarzes Plastikgerippe von einer hauchdünnen Schicht grünlich weißer Moosflechte überzogen war. Es war einer dieser Spätsommerabende, an denen man die letzten Sonnenstrahlen auf dem Balkon auf Biegen und Brechen auskosten will, auch wenn das bedeutet, dass man bald zitternd und fröstelnd da liegt, weil man zu faul ist, sich eine Decke zu holen.

An eben solch einem Abend versuchte ich mich von einem Tag der üblichen Geschäftigkeit zu erholen, als plötzlich eine glänzende, feinschlierige Flüssigkeit meinen Balkon benetzte. Es dauerte nicht lange, da wurde auch ich von dem Zeug benetzt, das da vom Balkon über mir herabtropfte. Entgegen aller Vernunft erhob ich mich von meinem Lager und lugte, über das Außengestänge gebeugt, hinauf. „Herr Schmidtke, ich glaube sie tropfen auf meinen Balkon!“ Ein rundlicher Körper, den man in einen grau-violetten Trainingsanzug gestopft hatte, kam zum Vorschein und der dazugehörige Kopf blickte ungläubig auf mich herab. „Weißte wat, Bubele? Isch tu meine Tomaten hier spritzen, wenn dat sein muss!“

Demonstrativ streckte er den metallenen Sprühkopf seines Kärcher-Giftspritzers über die Brüstung. „Und das muss jetzt sein, nehme ich an?“

„So is dat, Junge! Und wissen Se wat? Als isch in ‚a Firma befördert worden bin, da bin isch trotzdem zum Kacken immer noch in die Abteilung unter mir gegangen. Dann hat’s auf den Toiletten bei uns in der Etage nämlich nich so gestunken! Und weißte warum isch dat gemacht hab? Weil die Kacke immer von oben nach unten fällt! Deshalb!“

Mit diesen Worten begann das erbarmungslose Gespritze wieder. Mir wurde klar, dass meine Diplomatiebemühungen umsonst waren. Und wie jeder vernünftige Staat entschied ich mich, zur Waffengewalt überzugehen: „Packen Sie jetzt endlich ihren Pestizid speienden Drachen ein und machen Sie das morgen früh, wenn ich nicht hier liege! Sie haben doch als Rentner den ganzen Tag Zeit dazu!“

„Jetzt reischt mir dat, Jungchen! Isch tu meine Tomaten hier spritzen, wenn isch dat will! Wenn isch mir Ihre verdorrten Dinger da auf dem Balkon so angucke, frag isch mir auch, wat Sie denn eigentlisch mit so ‘nem Balkon wollen? Da geht doch alles ein bei Ihnen da!“ Jetzt hatte Herr Schmidtke sich richtig in Rage geschimpft. „Sagen Sie mal, wat können Sie eigentlich? Haben Sie überhaupt gedient!?“

Und hier nahm alles Folgende seinen Lauf.

Ja, was konnte ich eigentlich?

Resigniert zog ich mich aus dem Kleinkrieg in meine Wohnung zurück und ließ mich grübelnd auf den Schreibtischstuhl fallen. Ich knipste das Licht an und ließ meinen Blick über das Gebirge aus angefangenen Hausarbeiten, halbfertigen Manuskripten und halbvollen Kaffeetassen wandern. Es war so verdammt lange her, dass an diesem Schreibtisch etwas halbwegs Produktives zustande gekommen war!

Pfft! Pfft! Pfft! Reuevoll hörte ich, wie die toxischen Tropfen triumphierend auf die Tomatenstauden niedergingen. Es musste sich etwas ändern! Eine ganze Weile verbrachte ich damit, meine Situation umfangreich zu bedauern. Ich hatte es wirklich geschafft! Ich gehörte jetzt endlich zum studentischen Inner Circel. Ich war so geworden wie die Leute, vor denen mich meine Eltern immer gewarnt hatten.

Immer Ahnung von allem, aber nie was geschafft.

Ich könnte ja, ich würde ja, ich wollte ja.

Viel Schnacken, nix packen.

Ich hatte immer das Gefühl, in einer Generation der hingebungsvollen Selbstbemitleider groß geworden zu sein. Es sprach schon Bände, dass die Charts erobert worden waren von Songs, in denen Leute inbrünstig darüber jammern, was sie alles nicht geschafft und gemacht haben.

„Only know your lover, when you let her go…“

Und jetzt war ich nach Jahren des faktischen Nichtstuns, in denen ich genau das gemacht habe, was die Prüfungsordnung sich von mit wünscht, zu eben dem geworden, was ich bis dato verflucht hatte. Das musste sich ändern!

Ich überlegte, wann der letzte Zeitpunkt sinnstiftenden Daseins stattgefunden haben mochte. Und recht bald kam mir eine vielversprechende Idee. Ich kramte das olvigrüne Telefon unter einem Stapel Papiere hervor und drehte an der Wählscheibe. Während es in der Leitung tutete, fiel mein Blick auf den Fernseher im Zimmer gegenüber. –tuut-tuut-

Gundula Gause verlas die Tagesthemen, die ich vor geraumer Zeit mit dem Kosenamen Opferfernsehen betitelt hatte. Gundula Gause sagt in einer halben Stunde Sendezeit öfter „Opfer“ als Fler oder Bushido auf einer ganzen Platte. Ich las von ihren Lippen ab: „In Bagdad wurden heute 25 Zivilisten Opfer eines Anschlags, bei dem sich ein 32-jähriger Selbstmörder opferte, um das traditionelle Opferfest der Muslime…“ -tuut-tuut-

Noch eine Beobachtung: interessanterweise sind diejenigen, die sich an überhaupt keiner Meinung festhalten mögen und stattdessen ihren verpassten Möglichkeiten nachtrauern, besonders hip. Diejenigen, welche nur nach bestem Gewissen handeln und an ihren Prinzipien festhalten, die bedienen unser westliches Feindbild wiederum am besten, also der Papst, Putin oder die Taliban…

-tuut-tuut- „Ja, bitte?“ Ich vernahm die vertraut verrauchte Stimme am anderen Ende. „Posh, ich bin’s!“ Ich weiß nicht, wie Jonathan zum Spitznamen Posh gekommen war und ob es irgendwas mit den Spice Girls zu tun hatte. Jedenfalls hatte Posh wirklich gar nichts mit Victoria Beckham gemeinsam. Er war Kettenraucher, Kettentrinker und der Mensch mit den langsamsten Bewegungen, die ich je gesehen hatte. Aber er war ein Meister seines Faches – im Schreiben.

„Was willst Du denn?“ Seine Stimme ließ nicht Durchscheinen, ob er eher erfreut oder verärgert über meinen Anruf war. Es war immerhin das erste Mal seit zwei Jahren.

„Ich bin in göttlicher Mission unterwegs und möchte die Band wieder zusammenbringen!“

„Und wirklich?“ Posh war wohl nicht zum Scherzen aufgelegt. Diesbezüglich hatte er sich keinen Deut verändert.

„Ich hatte so eine Eingebung: die sah so aus, dass wir mal wieder einen Leseabend ausrichten. Nur um denen da draußen zu zeigen, dass wir’s noch drauf haben! Wir mieten den alten Festsaal im Jägerskrug an und dann lesen wir da, also Du, ich … und noch ein paar von den Anderen von früher.“

„Ja…“, klang es müde aus dem Hörer, „also ich bin dabei. Komm morgen mit ‘nem Sixer rüber und wir reden nochmal drüber.“

Damit war es beschlossen: es würde wieder eine große Lesenacht in Polzenbüttel geben!

Am nächsten Morgen radelte ich zu den WGs, in denen sich vor Jahren die Spur derjenigen verloren hatte, mit denen ich zuletzt auf der Lesebühne gestanden hatte. Die Lesebühne war ein renommiertes Event gewesen und wie immer für eine Kleinstadt, in der sich kulturelle Ereignisse hauptsächlich im Feuerwehrfest und dem Umzug der Schützengilde erschöpften, hatte sie junge Menschen wie einen Magneten angezogen. Polzenbüttel besaß nur etwas mehr als 30.000 Einwohner und die Hälfte davon waren Studenten. Eigenartig genug, dass der kleine Ort über eine eigene Hochschule verfügte, war zudem der Umstand, dass es sonst absolut nichts gab, wo man seinen Unterhaltungsdurst adäquat stillen konnte, wenn man die sechzig noch nicht überschritten hatte.

Die Lesebühne Polzenbüttel war dementsprechend von Jahr zu Jahr größer geworden und nachdem die ansässige Studentenkneipe aus allen Nähten platzte, zog man in die Turnhalle der Regionalschule um. Dieses Mal jedoch würden wir es kleiner angehen. Immerhin waren seit der letzten Lesung fast drei Jahre vergangen, das universitäre System hatte eine neue Generation Studierender eingesogen und die alte ausgespuckt. Womöglich kannte kaum noch jemand das Event.

Tatsächlich fand ich beinahe alle Mitstreiter der alten Garde bei den Adressen, wo sich unsere Wege getrennt hatten und wir verabredeten uns für acht Uhr bei Posh.

Als ich eintraf, hatten sich fünf vertraute Gesichter bereits auf einem Stuhlkreis um Poshs Sofa verteilt. Auf dem schwarzen Ledersofa selbst saß Posh, sein Gesicht lesend hinter einem beschriebenen Blatt Papier verschanzt. Und nur der Zigarettenqualm, der sich hinter dem Manuskript in schraubenzieherförmigen Säulen in die Luft kräuselte, verriet mir, dass er es war.

Als ich mich auf einen freien Platz setzte, meine Jacke ablegte und in die Runde schaute, fühlte ich mich für einen Augenblick in der Zeit zurückversetzt. Genau an diesem Ort, in diesem von Büchern und Schallplatten eingemauerten Zimmer, hatten wir in den goldenen Zeiten Pläne geschmiedet, getextet und zerstückelt, neu zusammengefügt, gelobt und uns in aller Regelmäßigkeit betrunken.

Die alte Garde war wieder vereint!

Die Ritter von Camelot, zurück an der Tafelrunde.

Wir würden wieder Kunst schaffen!

„Also das ist meiner Meinung nach kein Text, dem irgendwer zuhören möchte“, murmelte Posh und ließ eine Wolke aufsteigen. Mit diesem vernichtenden Urteil reichte er den Zettel zurück an Jana. Dann griff er nach der halbleeren Falsche Zaranoff, die vor dem Sofa stand, und nippte daran. Poshs Urteile waren immer hart gewesen. Aber das hatte diese Gruppe eben auch zu ihrer herausragenden Qualität verholfen. Irgendwas schreiben konnte ja jeder.

„Schön, dass ihr jedenfalls alle da seid!“, begann ich meine affektierte Begrüßung und hoffte, die Stimmung ein bisschen zu lockern, „wie ich sehe, habt ihr euch schon über euer aktuelles Schaffen ausgetauscht. Sehr gut! Wie ich schon erzählt habe, werden wir den alten Festsaal im Jägerskrug anmieten, Kostenpunkt dreihundert, aber wenn wir fünf Euro Eintritt nehmen, kriegen wir das locker raus. Also, wer hat denn schon eine inhaltliche Idee? Du hast schon was dabei, Jana?“

Sie reichte mir schweigend das bedruckte Blatt rüber. Während ich die Zeilen überflog, meldete sich Posh wieder zu Wort: „Ich hab den Eindruck, dass hier niemand ist, der überhaupt noch ‘ne gute Idee hat.“

„Und Du bist der Einzige, der was Anständiges hinbekommt, richtig?“ Jana war unverkennbar gereizt über die ignorante Art, mit der Posh sein Urteil verhängte. Er hatte aber auch die Gabe, im richtigen Moment das Falsche zu sagen. Eigentlich hätte sie sich daran nicht stören dürfen, so gut wie sie ihn kannte. Immerhin waren sie anderthalb Monate ein Traumpaar gewesen. 2008, mein Gott war das lange her…

„Ich mein ja nur! Also ich hab noch ‘ne Menge Material, das ich damals nicht gelesen hab.“ Um seinen Worten Nachdruck zu verleihen, blies Posh eine besonders imposante Rauchschwade gen Zimmerdecke, die jedem Zauberer im Auenland Konkurrenz gemacht hätte.

„Alter, Du bist doch dauernd dicht, was willst Du denn lesen?“, fragte Eva.

„Ach, Unsinn.“

„Posh, Du hast letzte Weihnachten besoffen in mein Spülbecken gepinkelt! Weißt Du, wie ich kotzen musste, als ich die Teller da rausgefischt hab? Du hast Dich überhaupt nicht unter Kontrolle!“

„Das hat doch mit meiner Schreibe nichts zu tun“, grummelte der Angeklagte.

Wie ich bereits geahnt hatte, war die Stimmung nicht die allerbeste. Was mich allerdings wirklich beunruhigte, war die Ahnung, dass Posh recht hatte. Er war unbestritten der beste von uns gewesen. Und je weiter ich in Janas Entwurf las, desto mehr musste ich ihm zustimmen: das wollte niemand vorgelesen bekommen!

„Was liest Du denn?“, fragte Eva mich.

Ich reichte Jana ihr Gedicht unkommentiert zurück und zuckte die Achseln. „Also ich hab das was im Kopf, ganz konkret eigentlich schon, das muss nur noch getippt werden.“

„Du machst doch bestimmt was mit dem Vulkan!“

Du machst doch bestimmt was mit dem Vulkan, äffte ich Eva innerlich nach. Ich hatte vor knapp vier Jahren eine Kurzgeschichte geschrieben, die irgendwie den Nerv der Zeit traf. Sie handelte von einer jungen Frau, die in einer schwedischen Kleinstadt einen Shop für eiweiß-freien Eierpfannkuchen mit Getreide aus Freilandhaltung eröffnet. Weil die Stadt eine fiktive sein sollte, suchte ich nach einem Namen, den keiner in Polzenbüttel kannte. Ich stieß nach einigem Googeln auf den isländischen Vulkan Eyjafjallajökull, der sich etwa Evasjölök ausspricht, den aber damals kein einziger Mensch kannte und der für den durchschnittlichen Polzenbütteler hinreichend schwedisch klang.

Im Monat darauf brach der dämliche Vulkan dann aus und meine schwedische Kleinstadt entpuppte sich als feuerspeiendes Monster, das mit seinen Rauchschwaden dafür sorgte, dass der gesamte europäische Luftverkehr lahmgelegt wurde. Da nun aber täglich mehrere tausend genervte Fluggäste „Eyjafjallajökull“ googelten, landeten immer ein paar hundert auf meinem Internetblog und ich erreichte für wenige Tage überregionale Bekanntheit. Was im kollektiven Gedächtnis hängen blieb, war allerdings, dass ich mal eine lustige Geschichte über den Vulkan geschrieben hätte. Und das hielt bis heute an.

„Nein, ich mache nichts mit dem Vulkan“, erklärte ich Eva mit buddhistischer Gelassenheit, „und ich habe auch nie…“

Ich konnte meine Worte nicht zu Ende sprechen, denn in diesem Augenblick betrat eine weitere Person das Zimmer, die sich bis dahin im Nebenraum aufgehalten hatte. „…was machst Du denn hier?“, fragte ich den Neuankömmling irritiert.

„Ich habe von Josephin erfahren, dass Du mal wieder herumfährst und die Leute zum Lesen anstiftest. Darum habe ich bei Posh angerufen und ihn gefragt, wann ihr euch versammelt. Also bin ich hier.“

Das war Julius, der Freund meiner Cousine Josephin. Ich hatte wenig bis gar keinen Kontakt mit ihm und vermied ihn auch, wo ich nur konnte, wohingegen ich zu Josephin einen sehr guten Draht hatte. Julius war eitel, selbstverliebt, kurz: ich mochte ihn einfach nicht. Dass er vom Leseabend Wind bekommen hatte, glich einem Todesurteil für die Veranstaltung. Julius würde irgendeinen Stunden andauernden Vortrag in gekünstelter wie pseudopoetischer Sprache – wenn man das so nennen wollte – zum Besten geben und damit nicht nur das Publikum narkotisieren, sondern dem Abend ebenso einen Stempel studentischer Elitenbohème verpassen, den wir tunlichst vermeiden wollten. Zumindest die Burschenschaften würden uns danach lieben.

Dass Posh ihn nicht abgewimmelt hatte, war schon traurig genug, er war wohl doch weicher geworden. Vielleicht würde Josephin sich ja auf meine Seite schlagen und ihren Göttergatten umstimmen. Blut war schließlich immer noch dicker als Sperma.

Während Julius sich auf einem umgedrehten Kasten Oettinger niederließ, wanderte mein Blick in die Runde. Aber die Augen meiner vermeintlichen Verbündeten – die sehr wohl wussten, was uns mit diesem Pfau auf der Bühne schwante – weichten mir schambewusst aus. Also resignierte ich für den Moment.

„Na, wenn Du meinst. Hat denn noch jemand einen Plan, was er lesen will?“

„Ich dachte an was Sozialkritisches“, schaltete sich Eva wieder ein, „also ich will den Leuten klar machen, wie sehr sie von der Technokratie in die Irre geführt werden. Auf dem Weg hierher habe ich mich nämlich gefragt, warum da auf Fußgängerampeln immer so ein Typ drauf ist, der auf ‘nem Fahrrad balanciert. Das ist doch Scheiße.“

„Was Du da redest ist Scheiße!“, rülpste Posh von seinem Sofathron.

„Wenn Du nichts Fruchtbares zu unserer Diskussion beizutragen hast, solltest Du Dich vielleicht auf Deine Rolle als Gastgeber beschränken“, entgegnete Julius.

„Ja, ich hab auch keine Lust auf dieses ewige Gehate von Dir“, pflichtete Jana ihm bei.

„Julius hat recht, Du nervst!“, sagte auch Eva.

Die Worte lösten bei mir unwillkürlich Magenkrämpfe aus. Kippte die Stimmung gerade tatsächlich zugunsten Julius‘ und gegen Posh?

„Dann zeigt euch der Gastgeber jetzt mal besser, wo die Tür ist!“, dröhnte es aus dem betrunkenen Leib auf dem Ledersofa.

„Hey Leute, wir wollen hier doch noch was schaffen!“ Ich versuchte den Frieden wiederherzustellen, doch Posh hatte sich soeben schwankend erhoben und war drauf und dran, Julius höchstpersönlich die Tür vorzustellen. Julius‘ einzige Fluchtbewegung bestand darin, dass er vom Oettingerkasten aufstand, doch das genügte, um Posh völlig aus der Bahn zu werfen und er stolperte geradewegs an Jana vorbei. Um sich Halt zu verschaffen, klammerte er sich mit der linken Hand an ihrer Stuhllehne fest, verlor dabei aber die Kontrolle über seine Rechte und vergoss den Zaranoff geradewegs in Janas Schoß. Eine elipsenförmige Lache stinkenden Wodkas breitete sich langsam auf der violetten Tunika aus und färbte sie tiefblau.

„Jetzt reicht’s“, Jana stand unverzüglich auf und packte ihre Schreibsachen zusammen.

Das Geschehen drohte zu eskalieren. „Sowas muss man schnell auswaschen. Lass uns eben in’s Bad gehen…“, versuchte ich zu beschwichtigen. Doch Posh hatte sich bereits wieder aufgerappelt und wandte seinen Zorn jetzt gegen Jana, die mit hochrotem Kopf ihre Schuhe anzog.

„Kann da bleiben, wo der Pfeffer wächst, oberfläch‘ge Zippe!“, rief Posh und blickte grinsend und mit glasigem Blick in die Runde. Doch seine Rezitation war eher von einer unfreiwilligen Komik. Und niemand wagte es, zu lachen.

Jana weinte leise. Dann knallte sie die Haustür hinter sich zu.

„Vielleicht belassen wir’s dann dabei und jeder bereitet seinen Vortrag alleine vor“, schlug Julius vor. Wieder war die Stimmung auf seiner Seite. Schweigend wurden Collegeblöcke in Jutebeutel gesteckt und der Raum leerte sich schlagartig.

„Ich ruf euch dann an, wenn ich ‘ne Uhrzeit hab“, rief ich der abziehenden Tafelrunde hinterher. Da zogen sie hin, die stolzen Ritter von Camelot. Vielleicht hatte mich meine romantische Erinnerung getäuscht.

In meiner Fantasie glotzte mich das tote Auge des Kärcherrohres von Herrn Schmidtke hämisch an und fragte mich giftkotzend: „Sagen Sie mal, wat können Sie eigentlich?“

„War das jetzt wegen Frauentausch?“, fragte Posh und lehnte sich gegen die Zarge seiner Haustür. „Nein, Posh, das war nicht wegen Frauentausch. Aber jetzt hängt’s wohl von uns beiden ab.“

„Wie Du meinst… immer wie Du meinst.“ Damit schlurfte er zurück zu seinem Sofa, ließ sich darauf fallen und schlief nach wenigen Sekunden ein.

Während ich nach Hause radelte, zermarterte ich mir den Kopf darüber, wie der Leseabend doch noch zum Erfolg werden könnte. Nachdem ich bei Jana angerufen und mein größtes Bedauern zum Ausdruck gebracht hatte, begann ich so, wie ich einen Text immer begonnen hatte. Ich legte ein Blatt Papier vor mich auf den Schreibtisch, nahm einen Kugelschreiber zur Hand und schrieb über das Blatt „Ideen“. Das war ein alter psychologischer Trick. Solange ich nur „Ideen sammelte“ konnten die ja noch so schlecht sein. Es waren ja nur Ideen. Auf die Art konnte ich den jähzornigen Lektor in mir meistens in seinen Schranken halten, bis ich einen einigermaßen guten Text zustande gebracht hatte. Dann musste ich nur noch die Überschrift streichen und fertig war die Schreibe.

Doch diesmal war alles anders. Mir gingen die fürchterlichen Szenen nicht mehr aus dem Kopf, die sich gerade zwischen diesen wunderbaren, talentierten Menschen abgespielt hatten. Die auch noch auf mein Geheiß zusammengekommen waren. Und dann war da ja auch noch dieser Schnösel von Julius, dieser opportunistische Usurpator.

Ich beschloss, mich im Bett noch ein bisschen mit meiner Griesgrämigkeit zu beschäftigen und zornig einzuschlafen. Vielleicht würde die Muse ja küssen, wenn ich den Vorfall überschlafen hatte. Es würden schließlich noch zwei Wochen ins Land gehen.

Am nächsten Tag buchte ich den Raum im Jägerskrug, entwarf und druckte Werbeplakate und schaffte es sogar, noch bei Josephin vorbeizuradeln. Sie zeigte ehrliches Verständnis dafür, dass Julius nicht ins Konzept passen würde. Doch gleichzeitig bedauerte sie, dass sie an seiner Entscheidung nichts würde ändern können, so sehr hatte er sich schon in den Auftritt versteift. „Sein ganzes Denken dreht sich darum. Das ist wie bei ‘nem Süchtigen, der nur noch für den nächsten Schuss lebt.“ Die Schlacht hatte ich also verloren. „Und Du? Schreibst Du wieder was über den Vulkan?“

In den kommenden Tagen telefonierte ich wiederholt mit den sechs Menschen, die in so missgünstiger Laune auseinander gegangen waren. Keiner von ihnen ließ sich noch einmal auf eine Zusammenkunft ein, weswegen ich mich allein mit ihnen traf. Ich versuchte, mit ihnen ein Konzept zu erstellen, dass irgendwie an die alten Erfolge anknüpfte. Im Großen und Ganzen schienen sich aber alle Autoren bereits auf die Ideen eingeschossen zu haben, die sie am Abend bei Posh präsentiert hatten.

Eva schwärmte weiterhin von ihrem Essay, mit dem sie den jungen Menschen die Augen darüber öffnen wollte, wie sie von der modernen Elektronikindustrie hinters Licht geführt wurden. Jana war nicht davon abzubringen, ihr unlesbares Gedicht vorzutragen, trotz- oder gerade wegen Poshs vernichtender Kritik. Posh selbst hielt Wort und kramte einen Text hervor, den er drei Jahre unter Verschluss gehalten hatte. In ihm zumindest hatte ich mich nicht getäuscht. Sein Werk fügte sich in seiner sprachlichen Eleganz und dem tiefsinnigen Witz nahtlos in sein früheres Opus ein. Die anderen drei warteten mit Texten auf, die zwar mehr oder weniger unterhaltsam waren, aber einfach nicht zu dem passen wollten, was den Leseabend einst seine Magie verliehen hatte. Mit Julius redete ich nicht. Bei ihm waren Hopfen und Malz ohnehin verloren, wenn er erst einmal den Mund aufmachte.

Es war also an mir, das Bindeglied zu schaffen, in diesem Haufen maximal diametraler Kleinkünstler. Abends saß ich wieder vor der Schreibtischplatte, vor einem leeren Blatt Papier, nur mit einer dämlichen Überschrift, die nicht mal eine solche war.

Was ich jetzt schreiben würde, musste perfekt werden. Es musste alles in den Schatten stellen, das bisher Kraft meines Handgelenks zu Papier gebracht worden war. Ich nahm einen Schluck Astra. Wenn Posh sich dauernd mit Ethanol volllaufen ließ, konnte das ja nur produktiv sein.

Plötzlich ließ mich ein Geräusch zusammenzucken. Sämtliches Gedärm in mir zog sich zusammen und verwehrte mir den Dienst.

Pfft-pfft-pfft! Dieser unbarmherzige Höllenlaut. Pfft-pfft-pfft!

Unter dem Einfluss des grausigen Geräusches vom Kärcherteufel über mir begann ich zitternd erste Worte zu formulieren. Langsam verdichteten sich Worte zu Sätzen und unter Zuhilfenahme einer zweiten Flasche Astra schwallten Sätze zu Absätzen und tintenblauen Textseiten an. Als der Kärcher verstummte, fiel ich in einen tiefen, alkoholischen Schlaf.

Ich erwachte mit dem Gesicht auf dem Papier. Ein dünner Film verschmierter Kugelschreibertinte zierte meine linke Wange und ich hatte entsetzliche Nackenschmerzen dank meiner Schlafhaltung. Während ich mich mit brüchigem Rückgrat erhob, fiel mein Blick auf den rot markierten Termin im Wandkalender. Doomsday. Es war der Tag.

In meiner krankhaften Prokrastination hatte ich tatsächlich bis zur letzten Minute gewartet, um meinen Beitrag fertigzustellen. Ich wusste, dass es Mist geworden war. Im Augenblick des Erwachens hatte ich gehofft, dass die kaputten Gedankenketten bloß Produkt des schlechten Schlafes gewesen waren. Beim Überfliegen der ersten Zeilen realisierte ich, dass jedes dieser wirren Wörter niedergeschrieben worden war und sich des Nachts in mein Gesicht gedrückt hatte, woher wohl der stechende Kopfschmerz rührte.

Es war verloren.

Und es war zu spät. Ich würde mich den Tag damit herumschlagen, auf Biegen und Brechen an dem Text zu feilen, bis er inhaltlich zwar keinen Deut besser, doch sprachlich umso verstümmelter wäre, denn so lief es immer. Also besann ich mich eines Besseren und entschied, letzte Vorbereitungen zu treffen, die mich von meinem Schandwerk ablenken sollten.

Einer dieser Schritte bestand darin, Posh von Zuhause abzuholen. Ich klingelte zwei Stunden vor Beginn der Show bei ihm. Als er nicht öffnete, drückte ich kurzerhand die Haustür auf, denn sie stand ohnehin immer offen, seitdem Posh das rostige Schloss vor Jahren auswechseln wollte, aber nie das neue eingebaut hatte. „Wo steckst Du denn?“ Ich suchte eine Weile an den üblichen Orten, wo mein Kompagnon seinen Körper abzulegen pflegte, als ich ihn schließlich in der Küche fand. Er saß auf den Bodenfliesen, angelehnt an den Kühlschrank, und schien bedächtig dem sonoren Summen des Geräts zu lauschen. Als ich vor ihm stand, würdigte er mich keines Blickes.

„Hörst Du das?“, kam es vernuschelt aus seinem Mund, „das sind die Bienen des Frühlings. Wir werden einen guten Sommer haben.“

„Verdammt, Du hast Dich besoffen. Was soll das denn? Du liest in zwei Stunden!“

„All die Leute, die in den Nachrichten Menschen zugucken, wie’s denen noch schlechter geht und dann Mitleid heucheln. Aber nix dagegen tun! Ich reg mich wenigstens noch auf über die Leute, die sowas tun!“

„Tu erstmal was für mich und komm mit ins Bad!“

Ich half dem gestürzten Elefanten auf die Beine und schleppte ihn bis an die Badewannenkante, wo ich ihn niederknien ließ, um ihm eine kalte Dusche zu verpassen. Prustend kam er zu sich und mit jeder Minute, die er länger unter dem Eiswasser verbrachte, schienen die Worte, die er von sich gab, mehr Sinn zu ergeben. Als er vollständige Sätze formulierte und mich obendrein noch fragte, ob wir nicht langsam zum Leseabend müssten, beendete ich die Blitztherapie.

„Bist echt ein Freund“, raunte Posh mir zu, während er an meiner Schulter lehnte, die Hände fest um meinen Bauch geschlungen, und auf meinem Fahrradgepäckträger thronte. „Ich hatte so’n Schiss vor heute abend, da musste ich was trinken.“ Ich fühlte mich, als würde ein Sack Zement mit mir kuscheln, doch das war es mir wert. Posh würde alles retten müssen.

Inzwischen kamen aus dem alkoholischen Dunst der Nacht die Erinnerungen an mein Meisterwerk hoch, welche mir die Schamesröte ins Gesicht trieben. Während wir dem Jägerskrug immer näher kamen und ich gerade die Hauptstraße kreuzte, überlegte ich, ob ich meine schlechte Performance vielleicht damit entschuldigen konnte, dass ich gerade von einem Zwölftonner überrollt worden war.

Wir erreichten das Gasthaus und gingen in den Festsaal, der bereits voll von erwartungsfreudigen Zuhörern war. Würde ich mich vielleicht zur allgemeinen Belustigung Kraft meines Willens auf der Bühne zum Kotzen bringen können?

„Hey, da ist ja der Star! Wann liest Du was vom Vulkan?“, fragte eine rauchige Stimme aus der hintersten Reihe.

„Ich lese gar nichts über irgendeinen Vulkan!“

„Alter, schon gut, bist Deinem Stil wohl nicht treu geblieben.“

Ich setzte mich auf einen der Stühle, die extra für die Vortragenden hinter den Boxentürmen errichtet worden waren, welche die Stimme des jeweiligen Autors an jedes der dreihundert mal zwei Ohren tragen sollte. Posh setzte ich neben mich.

Es begann.

Zuerst las Eva ihre umfangreiche Sozialkritik an der Post-Post-Post-Moderne. „Euch wird das nicht gefallen! Aber das liegt nicht daran, dass es schlecht ist, sondern daran, dass ihr merkt, wie wahr es ist!“ Mit diesen melodramatisch gesprochenen Worten hatte sie das Publikum bestimmt auf ihrer Seite. „Oder habt ihr gemerkt, dass Apple euch zu Egomanen macht? Guckt euch mal das „I“-Phone an! Aber das geht auch anders: Nintendo macht das mit der Wii vor! Verstanden? „I“-Phone, Nintendo „Wii“, schon im Ansatz kollektivistisch…“

Ich versuchte die Reaktionen der Zuschauer zu sehen, doch im grellen Scheinwerferlicht konnte ich kaum die vorderen Ränge erkennen. Was ich jedoch sah, war Posh, der sich schon nach wenigen Minuten an den Tresen im hinteren Saalabteil begeben hatte. Wenn er jetzt schon wieder vor Angst saufen musste, würde er nicht durchhalten, bis er dran war. Aber ich konnte es ihm in Anbetracht der Beschallung nicht übel nehmen: „…aber Nintendo ist ebenso falsch und heuchlerisch! Link, Du Ratte, gib endlich zu, dass Du Zelda bloß vögeln willst!“

Der Applaus fiel entsprechend verhalten aus. Als Nächster betrat Fabio die Bühne. Er hatte mir erklärt, er wolle den internationalen Chauvinismus mit einer Verkettung etablierter Paradoxa, aufgefrischt in zeitgenössischem Humor frei nach Mario Barth präsentieren. „Also Hunde sind so nervtötende Kreaturen, mit denen man klarkommen muss, wenn man mit Frauen klarkommen will. Insofern sind Hunde wie Til Schweiger.“

Oh, Gott, erbarme Dich unser!

„Und Frauen, Frauen sind ja auch wie Katzen. Wenn sie Dich länger als drei Sekunden angucken, hast Du‘s geschafft, ihr Interesse zu wecken. Oder aber du hast eine Dose Katzenfutter aufgemacht. Im Falle der Frau ist das Katzenfutter dann quasi, ähm…“

Es dauerte geschlagene fünfundzwanzig Minuten absolut witzfreier Wortwitze und unpassender Allegorien, bis das Publikum erlöst war.

Ich warf einen Blick zu Posh hinüber. So lange er aufrecht am Tresen stand und auf die Bühne glotzte, war alles in Ordnung. Es graute mir vor dem Augenblick, wenn ich an der Reihe wäre und meine gesammelten Peinlichkeiten verlesen müsste.

Doch vorher wurde noch jenes Kapitel des Abends aufgeschlagen, das sich schon vor zwei Wochen wie ein drohender Schatten über das Event gelegt hatte.

„Man kratzt ein Leben lang nur an der Oberfläche“, begann Julius, „nun aber sehe ich durch den Schleier. Die Form ist Leere. Leere wird zu Form.“ Ich vergrub mein Gesicht in meinen Handflächen und stützte mich mit den Armen auf meine Oberschenkel. Eine tröstende Dunkelheit umgab mich. „Gott ist die faustgrobe Schranke vor den Geistern von uns Denkern. Upps, klang ich jetzt gerade wie Nietzsche? Zufall…“ Doch selbst die affektierte Stimme des zweiten Nietzsche war allzu früh verklungen.

Die Bühne rief. Mit zitternden Knien wankte ich die Stufen zum Lesetisch hinüber. Angstschweißige Hände zogen den Stuhl zurück und bedächtig ließ ich die Papierseiten auf das dunkle Holz der Platte sinken. Grelles Scheinwerferlicht brannte sich erbarmungslos in meine zusammengekniffenen Augen und man hätte die berühmte Stecknadel auf dem Boden detonieren hören, so lautlos war die erwartungsvolle Stille. Sechshundert Augen waren auf mich gerichtet. Sechshundert Ohren wollten mit lustigen Geschichten vom Vulkan befriedigt werden. Und alles, was sie gleich bekommen würden, wäre das endgültige Ende einer nie da gewesenen Karriere.

Dann aber geschah etwas, womit niemand gerechnet hatte. Rückblickend weiß ich nicht, ob ich froh darüber sein soll, doch in diesem verhängnisvollen Auenblick glich es einer unglaublichen Befreiungsaktion. Kurz bevor es geschah, sah ich, wie Posh sich hinter einem der Lautsprechertürme postiert hatte, die Hose heruntergelassen, und offensichtlich sternhagelvoll gegen die offene Elektrik pinkelte.

In der nächsten Sekunde gab es einen lauten Knall, alle Lichter im Saal gingen aus, ich sah Funken fliegen und irgendein Gegenstand kullerte über die Bühne und ließ einen Schwall übel riechender Flüssigkeit in meine Schuhe fließen. Es dauerte keine zehn Sekunden, da entstand ein fürchterliches Tohuwabohu im Saal und die agitierte Menge schnatterte und zeterte und stolperte blindlings durcheinander.

Über die Ereignisse, die sich nun anschlossen, werden verschiedene Geschichten erzählt und das Beste wird es sein, ihr fragt ein paar Leute, die selbst dabei gewesen sind.

Mir aber gefällt die folgende am besten: als der Strom ausgefallen war und sich die spätabendliche Dunkelheit des Festsaals im Jägerskrug bemächtigte, feierte der versammelte Campus von Polzenbüttel noch einmal den herrlichen Sommer, den Posh prophezeit hatte. Die Bierbar der Gaststätte wurde augenblicklich zum Kollektivbesitz erklärt und beschwipst und blind fand man zueinander, bis ein jeder sein Herz an seinen unsichtbaren Nächsten verloren und sich alle glückselig und entkleidet in den Armen lagen.

Niemand buchte den Festsaal daraufhin je wieder und der Jägerskrug wurde schließlich geschlossen. Und so kam es, dass wir eine unvergessliche Darbietung geschaffen hatten. Der Leseabend von Polzenbüttel aber sollte nie wieder stattfinden.

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